Silica Dimethyl Silylate ist ein oberflächenmodifiziertes, hydrophobiertes Siliziumdioxid und wird in kosmetischen Rezepturen als Rieselhilfe, Entschäumer, Emulsionsstabilisator und Viskositätsregler eingesetzt. Die Substanz gehört chemisch zur Klasse der silylierten anorganischen Oxide und entsteht durch Umsetzung von Siliziumdioxid (Silica) mit Dimethylsilylierungsreagenzien, wodurch die Partikeloberfläche hydrophob wird.
Funktion in kosmetischen Rezepturen
In der COSING-Klassifikation werden Silica Dimethyl Silylate folgende Funktionen zugeordnet: Rieselhilfe, Entschäumer, Emulsionsstabilisierend, Hautkonditionierend – Rückfettend sowie Viskositätsregler. Als Rieselhilfe verbessert die Substanz die Fließ- und Streueigenschaften pulverförmiger Zubereitungen. In der Funktion als Entschäumer hemmt sie die Schaumbildung in flüssigen Formulierungen. Als Viskositätsregler beeinflusst sie die Konsistenz kosmetischer Zubereitungen, und in der Rolle als Emulsionsstabilisator trägt sie zur Stabilität von Wasser-Öl-Systemen bei.
Chemische Einordnung
Die Substanz gehört zur Klasse der silylierten Siliziumdioxide. Durch die Dimethylsilylierung der Partikeloberfläche wird das ursprünglich hydrophile Siliziumdioxid in ein hydrophobes Material überführt. Diese Hydrophobierung bestimmt das Verhalten der Substanz in Rezepturen maßgeblich: Sie ist bevorzugt in der Ölphase oder in wasserarmen Systemen dispergierbar. Die Substanz ist unter der CAS-Nummer 68611-44-9 sowie der EC-Nummer 271-893-4 registriert.
Vorkommen in Produkten
Silica Dimethyl Silylate kommt bei uns in 15 kosmetischen Produkten des deutschen Markts vor. Aufgrund seiner Funktion als Rieselhilfe und Viskositätsregler findet sich der Wirkstoff typischerweise in Pudern, losen Lidschatten und anderen pulverförmigen dekorativen Kosmetika. Darüber hinaus ist er in Emulsionen und Gelen anzutreffen, in denen er zur Stabilisierung und Konsistenzregulierung eingesetzt wird.
Regulatorischer Status in der EU
Silica Dimethyl Silylate ist in der Europäischen Union frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Die Substanz ist Bestandteil der EU-Kosmetiknomenklatur und in kosmetischen Produkten auf dem europäischen Markt zugelassen.
Was gut zu wissen ist
Da Silica Dimethyl Silylate durch seine hydrophobe Oberfläche bevorzugt in der Ölphase oder in wasserarmen Systemen dispergiert wird, ist bei der Einarbeitung in wässrige Formulierungen eine geeignete Dispergierung erforderlich. In pulverförmigen Zubereitungen wird die Substanz typischerweise in der Pulvermischungsphase eingearbeitet. Die Partikelgröße und der Hydrophobierungsgrad beeinflussen das rheologische Verhalten der fertigen Rezeptur.
Häufige Fragen
Was ist Silica Dimethyl Silylate chemisch?
Silica Dimethyl Silylate ist ein oberflächenmodifiziertes Siliziumdioxid, dessen Partikeloberfläche durch Dimethylsilylierung hydrophob gemacht wurde. Es gehört zur Klasse der silylierten anorganischen Oxide.
Wozu wird diese Substanz in Kosmetik eingesetzt?
Die Substanz wird laut COSING-Klassifikation als Rieselhilfe, Entschäumer, Emulsionsstabilisator, Viskositätsregler und hautkonditionierender Rückfetter in kosmetischen Rezepturen eingesetzt.
Ist Silica Dimethyl Silylate in der EU zugelassen?
Ja, die Substanz ist in der Europäischen Union frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Einschränkungen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009.