Olea Europaea Oil Unsaponifiables bezeichnet die unverseifbare Fraktion des Olivenöls (Olea europaea) und wird in kosmetischen Rezepturen als haar- und hautkonditionierender Wirkstoff eingesetzt. Chemisch handelt es sich um einen Komplex lipophiler Bestandteile, die bei der Verseifung von Olivenöl nicht in Fettsäuresalze überführt werden. Dazu zählen nach Standardfachliteratur unter anderem Sterole, Triterpene, Tocopherole und Squalen.
Funktion in kosmetischen Rezepturen
In der COSING-Klassifikation wird der Wirkstoff den Funktionen Haarkonditionierend und Hautkonditionierend zugeordnet. Haarkonditionierende Substanzen werden in Rezepturen eingesetzt, um die Beschaffenheit des Haars zu beeinflussen. Hautkonditionierende Substanzen dienen dazu, das Erscheinungsbild der Haut durch Einarbeitung in die Formulierung zu unterstützen. Beide Funktionen sind typisch für lipophile Fraktionen pflanzlicher Öle.
Chemische Einordnung
Die Substanz gehört zur Gruppe der unverseifbaren Pflanzenöl-Fraktionen und ist damit chemisch heterogen zusammengesetzt. Sie enthält lipophile Verbindungen wie Phytosterole (z. B. β-Sitosterol), Triterpene, Squalen sowie fettlösliche Tocopherole. Aufgrund dieser Zusammensetzung ist die Fraktion lipophil und wird typischerweise in der Ölphase kosmetischer Emulsionen eingearbeitet. Die Substanz ist unter den CAS-Nummern 8001-25-0 und 156798-12-8 sowie der EC-Nummer 232-277-0 registriert.
Vorkommen in Produkten
Olea Europaea Oil Unsaponifiables kommt bei uns in 6 kosmetischen Produkten des deutschen Markts vor. Aufgrund der konditionierenden Funktionsklasse findet sich der Wirkstoff typischerweise in Haarpflegeprodukten wie Conditionern, Haarmasken und Leave-in-Formulierungen sowie in Hautpflegeprodukten wie Cremes und Körperlotionen, die auf Emulsionsbasis hergestellt werden.
Regulatorischer Status in der EU
Der Wirkstoff ist in der EU als kosmetischer Inhaltsstoff frei verwendbar. Es bestehen keine spezifischen Beschränkungen oder Auflagen gemäß der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Eine Deklarationspflicht als Duftallergen besteht nicht.
Was gut zu wissen ist
Da es sich um eine lipophile Fraktion handelt, wird Olea Europaea Oil Unsaponifiables in der Rezepturpraxis typischerweise in der Ölphase einer Wasser-Öl- oder Öl-Wasser-Emulsion eingearbeitet. Die Substanz ist nicht mit wasserlöslichen Phasen direkt mischbar und erfordert entsprechende Emulgiersysteme für eine stabile Einarbeitung in wässrige Formulierungen.
Häufige Fragen
Was ist Olea Europaea Oil Unsaponifiables chemisch?
Es handelt sich um die unverseifbare Fraktion des Olivenöls, bestehend aus einem Gemisch lipophiler Verbindungen wie Phytosterolen, Triterpenen, Squalen und Tocopherolen, die bei der alkalischen Verseifung des Öls nicht in Fettsäuresalze umgewandelt werden.
Wozu wird dieser Wirkstoff in Kosmetik eingesetzt?
Gemäß COSING-Klassifikation wird er als haar- und hautkonditionierender Wirkstoff eingesetzt und findet sich entsprechend in Haar- und Hautpflegeformulierungen.
Ist er in der EU zugelassen?
Ja, Olea Europaea Oil Unsaponifiables ist in der EU als kosmetischer Inhaltsstoff frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen nach der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009.
