Phytosphingosine ist ein natürlich vorkommendes Sphingolipid und wird in kosmetischen Rezepturen als haar- und hautkonditionierender Wirkstoff eingesetzt. Die Substanz gehört chemisch zur Klasse der Sphingoide, einer Untergruppe der Sphingolipide, und kommt in dieser Klasse auch in menschlicher Haut sowie in pflanzlichen Quellen vor. In der COSING-Klassifikation wird der Wirkstoff den Funktionen Haarkonditionierend und Hautkonditionierend zugeordnet.
Funktion in kosmetischen Rezepturen
Gemäß COSING-Klassifikation erfüllt Phytosphingosine in kosmetischen Rezepturen zwei Funktionsrollen: Haarkonditionierend und Hautkonditionierend. Als haarkonditionierender Wirkstoff wird die Substanz in Formulierungen eingesetzt, die auf die Beschaffenheit des Haars einwirken sollen. In der Rolle als hautkonditionierender Wirkstoff findet diese Verbindung Verwendung in Zubereitungen, die auf die Beschaffenheit der Haut abzielen. Beide Funktionen sind in der COSING-Datenbank der Europäischen Kommission dokumentiert.
Chemische Einordnung
Phytosphingosine gehört zur chemischen Klasse der Sphingoide und ist strukturell ein langkettiges aliphatisches Aminodiol. Das Molekül weist sowohl hydrophile als auch lipophile Strukturanteile auf, was für Sphingolipide dieser Klasse charakteristisch ist. Die Substanz ist unter der CAS-Nummer 554-62-1 registriert. Aufgrund seiner amphiphilen Molekülstruktur kann der Wirkstoff in verschiedenen Phasen kosmetischer Emulsionen eingearbeitet werden.
Vorkommen in Produkten
Phytosphingosine kommt bei uns in 28 kosmetischen Produkten des deutschen Markts vor. Aufgrund seiner haar- und hautkonditionierenden Funktion findet die Substanz typischerweise Verwendung in Haarpflegeprodukten wie Spülungen und Konditionierern sowie in Hautpflegeprodukten wie Cremes und Seren. Die Substanz wird sowohl in Leave-on- als auch in Rinse-off-Formulierungen eingesetzt.
Regulatorischer Status in der EU
Phytosphingosine ist in der Europäischen Union frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Der Stoff ist nicht als deklarationspflichtiges Duftallergen nach Anhang III der EU-Kosmetikverordnung eingestuft.
Was gut zu wissen ist
Sphingolipide wie Phytosphingosine werden in der Rezepturentwicklung aufgrund ihrer amphiphilen Molekülstruktur sowohl in wässrigen als auch in lipophilen Phasen kosmetischer Zubereitungen berücksichtigt. Bei der Formulierung ist die Verträglichkeit mit anderen Rezepturbestandteilen auf Basis der jeweiligen Löslichkeitseigenschaften zu prüfen. Die Substanz wird in der kosmetischen Industrie sowohl aus pflanzlichen Quellen gewonnen als auch synthetisch hergestellt.
Häufige Fragen
Was ist Phytosphingosine chemisch?
Phytosphingosine ist ein langkettiges aliphatisches Aminodiol und gehört zur chemischen Klasse der Sphingoide, einer Untergruppe der Sphingolipide. Die Substanz ist unter der CAS-Nummer 554-62-1 registriert.
Wozu wird dieser Wirkstoff in Kosmetik eingesetzt?
Gemäß COSING-Klassifikation wird Phytosphingosine in kosmetischen Rezepturen als haar- und hautkonditionierender Wirkstoff eingesetzt. Die Substanz findet Verwendung in Haar- und Hautpflegeformulierungen.
Ist er in der EU zugelassen?
Phytosphingosine ist in der Europäischen Union frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen nach der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Eine Deklarationspflicht als Duftallergen besteht nicht.