GLYCINE ist die kleinste proteinogene Aminosäure und wird in kosmetischen Rezepturen als pH-Puffer, haar- und hautkonditionierender Wirkstoff sowie als antistatische Komponente eingesetzt. Die Substanz gehört chemisch zur Klasse der alpha-Aminosäuren und ist in der COSING-Klassifikation den Funktionen Antistatisch, pH-Puffer, Haarkonditionierend und Hautkonditionierend zugeordnet.
Funktion in kosmetischen Rezepturen
In der COSING-Klassifikation werden GLYCINE vier Funktionsrollen zugewiesen. Als pH-Puffer stabilisiert die Substanz den pH-Wert einer Formulierung in einem definierten Bereich. In der Rolle als Haar- und Hautkonditionierer verbessert sie die sensorischen Eigenschaften der Zubereitung auf der Oberfläche. Die antistatische Funktion ist in Haarpflegeprodukten relevant, da sie der elektrostatischen Aufladung des Haares entgegenwirkt.
Chemische Einordnung
GLYCINE (systematisch: 2-Aminoessigsäure) ist die strukturell einfachste alpha-Aminosäure und besitzt keine chirale Seitenkette. Die Verbindung ist gut wasserlöslich und liegt im wässrigen Milieu als Zwitterion vor, was ihre puffernde Wirkung in einem bestimmten pH-Bereich erklärt. Die Substanz ist unter der CAS-Nummer 56-40-6 und der EC-Nummer 200-272-2 registriert.
Vorkommen in Produkten
GLYCINE kommt bei uns in 43 kosmetischen Produkten des deutschen Markts vor. Aufgrund ihrer konditionierenden und antistatischen Funktionen findet sich die Substanz typischerweise in Haarpflegeprodukten wie Spülungen, Leave-in-Konditionierern und Shampoos sowie in Hautpflegezubereitungen wie Cremes und Seren, in denen sie als pH-regulierende oder konditionierende Komponente eingearbeitet wird.
Regulatorischer Status in der EU
GLYCINE ist in der Europäischen Union frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Der Stoff ist Teil der EU-Kosmetiknomenklatur und kann in kosmetischen Produkten ohne besondere Zulassungsanforderungen eingesetzt werden.
Was gut zu wissen ist
Als wasserlösliche Aminosäure wird GLYCINE typischerweise in der wässrigen Phase einer Rezeptur eingearbeitet. Ihre Eigenschaft als Zwitterion macht sie in einem breiten pH-Bereich formulierbar und chemisch kompatibel mit einer Vielzahl weiterer wasserlöslicher Rezepturbestandteile. In der kosmetischen Industrie wird sie sowohl in Haar- als auch in Hautpflegeformulierungen eingesetzt, was ihrer Mehrfachfunktion in der COSING-Klassifikation entspricht.
Häufige Fragen
Was ist GLYCINE chemisch?
GLYCINE ist die kleinste proteinogene alpha-Aminosäure (2-Aminoessigsäure) ohne chirale Seitenkette. Im wässrigen Milieu liegt sie als Zwitterion vor und ist gut wasserlöslich.
Wozu wird dieser Wirkstoff in Kosmetik eingesetzt?
Laut COSING-Klassifikation wird GLYCINE in kosmetischen Rezepturen als pH-Puffer, haar- und hautkonditionierender Wirkstoff sowie als antistatische Komponente eingesetzt.
Ist sie in der EU zugelassen?
Ja, GLYCINE ist in der Europäischen Union frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009.
