Sodium Cocoyl Glycinate ist ein aminosäurebasiertes anionisches Tensid aus der Klasse der Acylglycinate und wird in kosmetischen Rezepturen als reinigendes sowie haar- und hautkonditionierendes Mittel eingesetzt. Die Substanz leitet sich von Glycin, der einfachsten proteinogenen Aminosäure, und Fettsäuren aus Kokosöl ab. In der COSING-Klassifikation wird sie den Funktionen Reinigend, Haarkonditionierend und Hautkonditionierend zugeordnet.
Funktion in kosmetischen Rezepturen
In seiner reinigenden Funktion wirkt Sodium Cocoyl Glycinate als Tensid: Es vermittelt zwischen wässriger und fettiger Phase und ermöglicht so das Ablösen und Ausspülen von Schmutz und Lipiden von Haar und Haut. Darüber hinaus wird es in der COSING-Klassifikation sowohl der haarkonditionierenden als auch der hautkonditionierenden Funktion zugeordnet, was seinen Einsatz in kombinierten Reinigungs- und Pflegeformulierungen begründet.
Chemische Einordnung
Die Substanz gehört chemisch zur Klasse der N-Acylaminosäure-Salze (Acylglycinate) und ist das Natriumsalz des Kokosfettsäure-Kondensationsprodukts mit Glycin. Als anionisches Tensid zeigt es in wässrigen Systemen eine gute Wasserlöslichkeit. Die Substanz ist unter der CAS-Nummer 90387-74-9 sowie der EC-Nummer 291-350-5 registriert.
Vorkommen in Produkten
Sodium Cocoyl Glycinate kommt in unserer Datenbank in 9 kosmetischen Produkten des deutschen Markts vor. Aufgrund seiner reinigenden und konditionierenden Eigenschaften findet es sich typischerweise in Formulierungen wie Gesichtsreinigern, Duschgelen, Shampoos und Schaumbädern, also in Produktkategorien, in denen Tensidsysteme mit gleichzeitiger Pflegewirkung auf Haar und Haut gefragt sind.
Regulatorischer Status in der EU
Sodium Cocoyl Glycinate ist in der Europäischen Union frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Es ist nicht als deklarationspflichtiges Duftallergen nach Anhang III der EU-Kosmetikverordnung eingestuft.
Was gut zu wissen ist
Als wasserlösliches anionisches Tensid wird Sodium Cocoyl Glycinate typischerweise in der wässrigen Phase einer Rezeptur eingearbeitet. Acylglycinate sind auf Grund ihrer Aminosäurebasis im Vergleich zu klassischen Sulfat-Tensiden strukturell anders aufgebaut, was ihre Einordnung in die Gruppe der aminosäurebasierten Tenside begründet. In Tensidmischungen kommt die Substanz häufig zusammen mit weiteren anionischen oder amphoteren Tensiden vor.
Häufige Fragen
Was ist Sodium Cocoyl Glycinate chemisch?
Sodium Cocoyl Glycinate ist das Natriumsalz eines N-Acylglycin-Derivats, das durch Kondensation von Kokosfettsäuren mit der Aminosäure Glycin gewonnen wird. Es gehört zur Klasse der anionischen, aminosäurebasierten Tenside (Acylglycinate).
Wozu wird diese Substanz in Kosmetik eingesetzt?
Gemäß COSING-Klassifikation erfüllt Sodium Cocoyl Glycinate die Funktionen Reinigend, Haarkonditionierend und Hautkonditionierend. Es wird daher in Reinigungsformulierungen eingesetzt, die gleichzeitig eine konditionierende Wirkung auf Haar und Haut anstreben.
Ist es in der EU zugelassen?
Ja, Sodium Cocoyl Glycinate ist in der Europäischen Union frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Einschränkungen nach der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Eine Deklarationspflicht als Duftallergen besteht nicht.