PVP (Polyvinylpyrrolidon) ist ein synthetisches, wasserlösliches Polymer und wird in kosmetischen Rezepturen als Filmbildner, Bindemittel, Haarfestiger und Viskositätsregler eingesetzt. Die Substanz gehört chemisch zur Klasse der Vinylpolymere und zeichnet sich durch ihre ausgeprägte Wasserlöslichkeit sowie ihre Fähigkeit aus, auf Oberflächen dünne Filme zu bilden.
Funktion in kosmetischen Rezepturen
In der COSING-Klassifikation werden PVP die Funktionen Antistatisch, Bindemittel, Emulsionsstabilisierend, Filmbildend, Haarfestigend und Viskositätsregler zugeordnet. Als Filmbildner legt das Polymer einen dünnen, zusammenhängenden Film auf Haar oder Haut. In der Funktion als Bindemittel trägt es zur Kohäsion von Rezepturbestandteilen bei. Als Viskositätsregler beeinflusst es die Fließeigenschaften wässriger Zubereitungen, und in der Funktion als Emulsionsstabilisator unterstützt es die Stabilität von Wasser-Öl-Systemen.
Chemische Einordnung
PVP gehört zur Klasse der Vinylpolymere und besteht aus wiederkehrenden N-Vinylpyrrolidon-Einheiten. Die Substanz ist unter der CAS-Nummer 9003-39-8 registriert. Aufgrund seiner polaren Pyrrolidon-Gruppen ist PVP gut wasserlöslich und lässt sich problemlos in die wässrige Phase kosmetischer Rezepturen einarbeiten. Das Molekül ist nicht ionisch und zeigt eine breite Kompatibilität mit anderen wasserlöslichen Rezepturbestandteilen.
Vorkommen in Produkten
PVP kommt bei uns in 19 kosmetischen Produkten des deutschen Markts vor. Aufgrund seiner filmbildenden und haarfestigenden Eigenschaften findet sich die Substanz typischerweise in Haarstyling-Produkten wie Gelen, Sprays und Schäumen. Darüber hinaus wird sie in Rezepturen eingesetzt, bei denen Bindemittel- oder Viskositätsregler-Funktionen gefragt sind, etwa in Mascaras, Eyelinern und anderen dekorativen Zubereitungen.
Regulatorischer Status in der EU
PVP ist in der EU als kosmetischer Inhaltsstoff frei verwendbar. Es bestehen keine spezifischen Beschränkungen oder Auflagen gemäß der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Eine Deklarationspflicht als Duftallergen besteht nicht.
Was gut zu wissen ist
Da PVP wasserlöslich ist, wird es in der Rezepturpraxis typischerweise in der wässrigen Phase einer Formulierung eingearbeitet. Als nicht ionisches Polymer zeigt es eine breite Verträglichkeit mit anionischen, kationischen und nichtionischen Tensiden sowie mit den meisten gängigen Polymeren und Wirkstoffen. In Rezepturen mit stark variierendem pH-Bereich bleibt die chemische Stabilität des Moleküls in der Regel erhalten.
Häufige Fragen
Was ist PVP chemisch?
PVP (Polyvinylpyrrolidon) ist ein synthetisches, nicht ionisches Vinylpolymer, das aus N-Vinylpyrrolidon-Einheiten aufgebaut ist und sich durch gute Wasserlöslichkeit auszeichnet.
Wozu wird dieser Wirkstoff in Kosmetik eingesetzt?
PVP wird in kosmetischen Rezepturen als Filmbildner, Haarfestiger, Bindemittel, Viskositätsregler, Emulsionsstabilisator und antistatischer Wirkstoff eingesetzt, wie in der COSING-Klassifikation festgelegt.
Ist PVP in der EU zugelassen?
Ja, PVP ist in der EU als kosmetischer Inhaltsstoff frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen gemäß der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009.



