Propylene Glycol ist ein kurzkettiges Diol (Zweifachalkohol) und wird in kosmetischen Rezepturen als Feuchthaltemittel, Lösungsmittel, Hautkonditionierer und Viskositätsregler eingesetzt. Die Verbindung gehört chemisch zur Klasse der Polyole und ist aufgrund ihrer bifunktionellen Hydroxylgruppen sowohl mit wässrigen als auch mit vielen polaren Inhaltsstoffen gut mischbar.
Funktion in kosmetischen Rezepturen
In der COSING-Klassifikation werden Propylene Glycol die Funktionen Feuchtigkeitsspendend, Hautkonditionierend, Lösungsmittel und Viskositätsregler zugeordnet. Als Feuchthaltemittel bindet der Wirkstoff Wasser in der Rezeptur. Als Lösungsmittel unterstützt er die Einarbeitung weiterer Wirk- und Hilfsstoffe in die Formulierung. In seiner Rolle als Viskositätsregler beeinflusst er die Fließeigenschaften kosmetischer Zubereitungen.
Chemische Einordnung
Propylene Glycol (systematisch: Propan-1,2-diol) gehört zur Klasse der Diole innerhalb der Polyole. Die Substanz ist unter der CAS-Nummer 57-55-6 sowie der EC-Nummer 200-338-0 registriert. Als niedermolekularer Zweifachalkohol ist die Verbindung mit Wasser in jedem Verhältnis mischbar und weist eine ausgeprägte Hygroskopizität auf, was ihre Funktion als Feuchthaltemittel in Rezepturen erklärt.
Vorkommen in Produkten
Propylene Glycol kommt bei uns in 375 kosmetischen Produkten des deutschen Markts vor und zählt damit zu den verbreiteten Formulierungsbestandteilen. Aufgrund seiner feuchthaltenden und lösungsmittelnden Eigenschaften findet die Substanz typischerweise Verwendung in Cremes, Lotionen, Seren, Reinigungsprodukten sowie Haarpflegeprodukten. Auch in Produkten, die weitere schwer lösliche Wirkstoffe enthalten, tritt Propylene Glycol häufig als Lösungsvermittler auf.
Regulatorischer Status in der EU
Propylene Glycol ist in der EU frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Eine Deklarationspflicht als Duftallergen besteht nicht. Der Stoff ist Bestandteil der EU-Kosmetiknomenklatur und in kosmetischen Produkten auf dem europäischen Markt zugelassen.
Was gut zu wissen ist
Als wasserlösliches Polyol wird Propylene Glycol in der Rezepturpraxis typischerweise in der wässrigen Phase einer Emulsion eingearbeitet. Die Substanz ist mit einer Vielzahl polarer Wirk- und Hilfsstoffe kompatibel. In kosmetischen Formulierungen kommt sie häufig zusammen mit weiteren Polyolen wie Glycerin vor. Die Viskosität der Gesamtformulierung kann durch den Anteil an Propylene Glycol beeinflusst werden.
Häufige Fragen
Was ist Propylene Glycol chemisch?
Propylene Glycol (Propan-1,2-diol) ist ein kurzkettiges Diol aus der Klasse der Polyole mit zwei Hydroxylgruppen. Die Verbindung ist mit Wasser vollständig mischbar und weist hygroskopische Eigenschaften auf.
Wozu wird dieser Wirkstoff in Kosmetik eingesetzt?
Laut COSING-Klassifikation erfüllt Propylene Glycol in kosmetischen Rezepturen die Funktionen Feuchtigkeitsspendend, Hautkonditionierend, Lösungsmittel und Viskositätsregler. Es unterstützt damit sowohl die Stabilität als auch die Verarbeitbarkeit von Formulierungen.
Ist Propylene Glycol in der EU zugelassen?
Ja, Propylene Glycol ist in der EU frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Einschränkungen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Eine Deklarationspflicht als Duftallergen besteht nicht.























