Capryloyl Glycine ist ein Derivat der Aminosäure Glycin, das durch Verknüpfung mit einer Caprylsäure-Gruppe (C8-Fettsäure) gebildet wird, und wird in kosmetischen Rezepturen als Reinigungsmittel sowie als Haarkonditionierer eingesetzt. Die Verbindung gehört chemisch zur Klasse der N-Acyl-Aminosäuren und vereint einen hydrophilen Aminosäure-Anteil mit einem lipophilen Fettsäure-Rest. In der COSING-Klassifikation wird der Wirkstoff den Funktionen Reinigend und Haarkonditionierend zugeordnet.
Funktion in kosmetischen Rezepturen
Capryloyl Glycine wird in der COSING-Klassifikation den Funktionen Reinigend und Haarkonditionierend zugeordnet. In seiner reinigenden Funktion unterstützt es als grenzflächenaktive Verbindung die Ablösung von Schmutz und Fett von Haut- und Haaroberflächen. In seiner haarkonditionierenden Funktion wird es in Rezepturen eingesetzt, die auf die Verbesserung der Haarstruktur und Kämmbarkeit abzielen. Beide Funktionen sind auf den amphiphilen Molekülcharakter der Substanz zurückzuführen.
Chemische Einordnung
Die Substanz gehört zur Klasse der N-Acyl-Aminosäuren und ist das Kondensationsprodukt aus Caprylsäure (Octansäure, C8) und der Aminosäure Glycin. Dieser amphiphile Aufbau — ein polarer Aminosäure-Kopf und ein unpolarer Fettsäure-Rest — verleiht der Verbindung grenzflächenaktive Eigenschaften. Die Substanz ist unter der CAS-Nummer 14246-53-8 sowie der EC-Nummer 238-122-3 registriert.
Vorkommen in Produkten
Capryloyl Glycine kommt bei uns in 12 kosmetischen Produkten des deutschen Markts vor. Aufgrund seiner reinigenden Funktion findet sich die Verbindung typischerweise in Reinigungsprodukten wie Gesichtsreinigern, Duschgelen und Shampoos. Die haarkonditionierende Funktion macht sie darüber hinaus als Formulierungsbestandteil in Haarpflegeprodukten wie Spülungen und Leave-in-Konditionierern relevant.
Regulatorischer Status in der EU
Capryloyl Glycine ist in der EU als kosmetischer Inhaltsstoff frei verwendbar. Es bestehen keine spezifischen Beschränkungen oder Auflagen gemäß der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Eine Deklarationspflicht als Duftallergen besteht nicht.
Was gut zu wissen ist
Als N-Acyl-Aminosäure weist Capryloyl Glycine einen amphiphilen Molekülcharakter auf, der eine Einarbeitung sowohl in wässrige als auch in emulgierte Systeme ermöglicht. Wasserlösliche Anteile dieser Verbindungsklasse werden typischerweise in der wässrigen Phase einer Rezeptur verarbeitet. Die Substanz kommt in Rezepturen häufig zusammen mit weiteren grenzflächenaktiven Verbindungen vor.
Häufige Fragen
Was ist Capryloyl Glycine chemisch?
Capryloyl Glycine ist ein N-Acyl-Aminosäure-Derivat, das durch Kondensation von Caprylsäure (C8-Fettsäure) mit der Aminosäure Glycin gebildet wird und einen amphiphilen Molekülcharakter besitzt.
Wozu wird dieser Wirkstoff in Kosmetik eingesetzt?
Laut COSING-Klassifikation wird Capryloyl Glycine in kosmetischen Rezepturen als Reinigungsmittel und Haarkonditionierer eingesetzt, typischerweise in Reinigungs- und Haarpflegeprodukten.
Ist es in der EU zugelassen?
Ja, die Substanz ist in der EU als kosmetischer Inhaltsstoff frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen gemäß der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009.
