Stearalkonium Hectorite ist ein organisch modifizierter Schichtsilikatkomplex und wird in kosmetischen Rezepturen als Gelbildner und Viskositätsregler eingesetzt. Die Verbindung entsteht durch Umsetzung des natürlichen Tonminerals Hectorit mit einer quaternären Ammoniumverbindung (Stearalkoniumsalz), wodurch die hydrophile Oberfläche des Minerals in eine organophile überführt wird. In der COSING-Klassifikation wird der Wirkstoff den Funktionen Gelbildend und Viskositätsregler zugeordnet.
Funktion in kosmetischen Rezepturen
Als Gelbildner ist Stearalkonium Hectorite in der Lage, in geeigneten Lösemitteln oder Ölphasen dreidimensionale Netzwerkstrukturen aufzubauen, die der Rezeptur Konsistenz verleihen. In seiner Rolle als Viskositätsregler beeinflusst die Substanz die Fließeigenschaften kosmetischer Zubereitungen. Beide Funktionen sind in der COSING-Klassifikation dokumentiert und machen den Stoff zu einem typischen Konsistenzgeber in der kosmetischen Formulierungspraxis.
Chemische Einordnung
Stearalkonium Hectorite gehört zur Klasse der organisch modifizierten Schichtsilikate (Organoclays). Das Ausgangsmaterial Hectorit ist ein natürliches Magnesium-Lithium-Schichtsilikat. Durch die Modifikation mit einer quaternären Ammoniumverbindung wird die Substanz organophil und zeigt eine ausgeprägte Affinität zu unpolaren, öligen Medien. Die Substanz ist unter den CAS-Nummern 71011-26-2, 94891-33-5 und 12691-60-0 sowie der EC-Nummer 275-126-4 registriert.
Vorkommen in Produkten
Stearalkonium Hectorite kommt bei uns in 12 kosmetischen Produkten des deutschen Markts vor. Aufgrund seiner gelbildenden und viskositätsregelnden Eigenschaften in Ölphasen und wasserfreien Systemen findet die Substanz typischerweise Verwendung in Lippenpflegeprodukten, Foundations, Mascaras sowie anhydrischen Cremes und Stiften, also in Formulierungen, bei denen eine stabile Konsistenz ohne wässrige Phase gewünscht ist.
Regulatorischer Status in der EU
Stearalkonium Hectorite ist in der Europäischen Union frei verwendbar. Der Stoff unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen oder Auflagen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Eine Deklarationspflicht als Duftallergen besteht nicht.
Was gut zu wissen ist
Da Stearalkonium Hectorite organophil ist, wird es typischerweise in der Ölphase oder in wasserfreien Systemen einer Rezeptur eingearbeitet. In wässrigen Formulierungen ist die Substanz nicht ohne Weiteres dispergierbar. Für eine optimale Gelstruktur ist in der Regel eine mechanische Aktivierung, etwa durch Scherung oder Rühren, während der Einarbeitung erforderlich — ein in der Formulierungspraxis bekannter Verarbeitungsschritt bei Organoclay-Systemen.
Häufige Fragen
Was ist Stearalkonium Hectorite chemisch?
Es handelt sich um ein organisch modifiziertes Schichtsilikat, das durch Reaktion des natürlichen Tonminerals Hectorit mit einer quaternären Ammoniumverbindung (Stearalkoniumsalz) hergestellt wird und zur Klasse der Organoclays gehört.
Wozu wird dieser Wirkstoff in Kosmetik eingesetzt?
Stearalkonium Hectorite wird laut COSING-Klassifikation als Gelbildner und Viskositätsregler eingesetzt und dient in kosmetischen Zubereitungen als Konsistenzgeber, insbesondere in ölhaltigen oder wasserfreien Systemen.
Ist er in der EU zugelassen?
Ja, Stearalkonium Hectorite ist in der Europäischen Union frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009.