Polyisobutene ist ein synthetisches Kohlenwasserstoff-Polymer und wird in kosmetischen Rezepturen als Bindemittel, Filmbildner und Viskositätsregler eingesetzt. Die Substanz gehört chemisch zur Klasse der Polyolefine und entsteht durch Polymerisation von Isobuten. In der kosmetischen Industrie wird sie der internen Wirkstoff-Rubrik der Konsistenzgeber zugeordnet.
Funktion in kosmetischen Rezepturen
Polyisobutene wird in der COSING-Klassifikation den Funktionen Bindemittel, Filmbildend und Viskositätsregler zugeordnet. Als Bindemittel trägt es dazu bei, die Bestandteile einer Rezeptur zusammenzuhalten. In seiner filmbildenden Funktion legt es sich als kohärente Schicht auf Oberflächen. Als Viskositätsregler beeinflusst es die Fließeigenschaften und Konsistenz kosmetischer Zubereitungen.
Chemische Einordnung
Polyisobutene gehört zur Klasse der Polyolefine und ist ein nicht-polares Kohlenwasserstoff-Polymer. Aufgrund seines unpolaren Charakters ist es in Wasser nicht löslich und zeigt Affinität zu lipophilen Phasen. Die Substanz ist unter der CAS-Nummer 9003-27-4 registriert. Je nach Kettenlänge und Molmasse variieren die rheologischen Eigenschaften des Polymers, was seinen Einsatz in unterschiedlichen Rezepturtypen ermöglicht.
Vorkommen in Produkten
Polyisobutene kommt bei uns in 11 kosmetischen Produkten des deutschen Markts vor. Aufgrund seiner Funktion als Viskositätsregler und Filmbildner findet es sich typischerweise in Lippenpflegeprodukten, Mascaras, Eyelinern und anderen dekorativen Kosmetika sowie in Körperpflegeprodukten, bei denen eine definierte Konsistenz oder ein Filmcharakter der Rezeptur gewünscht ist.
Regulatorischer Status in der EU
Polyisobutene ist in der EU als kosmetischer Inhaltsstoff frei verwendbar. Es unterliegt keinen besonderen Beschränkungen oder Auflagen gemäß der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Eine Deklarationspflicht als Duftallergen besteht nicht.
Was gut zu wissen ist
Da Polyisobutene ein nicht-polares Polymer ist, wird es in der Rezepturpraxis typischerweise in der Ölphase oder in wasserfreien Formulierungen eingearbeitet. Es ist mit anderen lipophilen Rohstoffen gut kombinierbar. In wässrigen Emulsionen ist eine geeignete Emulgiertechnik erforderlich, um eine homogene Verteilung zu gewährleisten. Die Substanz gilt als chemisch inert gegenüber vielen gängigen Rezepturbestandteilen.
Häufige Fragen
Was ist Polyisobutene chemisch?
Polyisobutene ist ein synthetisches Kohlenwasserstoff-Polymer aus der Klasse der Polyolefine, das durch Polymerisation von Isobuten gewonnen wird. Es ist nicht-polar und in Wasser unlöslich.
Wozu wird diese Substanz in Kosmetik eingesetzt?
In kosmetischen Rezepturen wird Polyisobutene als Bindemittel, Filmbildner und Viskositätsregler verwendet und ist damit ein typischer Konsistenzgeber in der Formulierungstechnik.
Ist es in der EU zugelassen?
Ja, Polyisobutene ist in der EU als kosmetischer Inhaltsstoff frei verwendbar und unterliegt keinen besonderen Einschränkungen nach der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009.