Inulin ist ein natürlich vorkommendes Polysaccharid aus der Klasse der Fructane und wird in kosmetischen Rezepturen als hautkonditionierender Wirkstoff eingesetzt. Die Substanz wird überwiegend aus pflanzlichen Quellen gewonnen, etwa aus der Zichorienwurzel (Cichorium intybus). In der COSING-Klassifikation der EU-Kosmetikverordnung wird Inulin der Funktion „Hautkonditionierend” zugeordnet.
Funktion in kosmetischen Rezepturen
Inulin wird in der COSING-Klassifikation ausschließlich der Funktion „Hautkonditionierend” zugeordnet. Hautkonditionierende Wirkstoffe dienen in kosmetischen Zubereitungen dazu, das Erscheinungsbild der Haut durch Einfluss auf die Oberflächeneigenschaften zu unterstützen. Als Polysaccharid ist Inulin in der Lage, auf der Hautoberfläche einen dünnen Film zu bilden, was für diese Funktionsklasse charakteristisch ist.
Chemische Einordnung
Inulin gehört chemisch zur Klasse der Fructane, einer Untergruppe der Polysaccharide. Es besteht aus linearen oder verzweigten Ketten von Fructoseeinheiten, die über β(2→1)-glykosidische Bindungen verknüpft sind und typischerweise mit einer terminalen Glucoseeinheit abschließen. Als Polysaccharid ist Inulin wasserlöslich. Die Substanz ist unter der CAS-Nummer 9005-80-5 und der EC-Nummer 232-684-3 registriert.
Vorkommen in Produkten
Inulin kommt bei uns in 18 kosmetischen Produkten des deutschen Markts vor. Aufgrund seiner hautkonditionierenden Funktion und seiner Wasserlöslichkeit findet die Substanz typischerweise Verwendung in wässrigen Formulierungen wie Cremes, Lotionen und Seren. Auch in Haarpflegeprodukten sowie in Gesichtspflegezubereitungen tritt Inulin als Rezepturbestandteil auf.
Regulatorischer Status in der EU
Inulin ist in der EU als kosmetischer Inhaltsstoff frei verwendbar. Es unterliegt keinen besonderen Beschränkungen oder Auflagen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Eine Deklarationspflicht als Duftallergen besteht nicht.
Was gut zu wissen ist
Als wasserlösliches Polysaccharid wird Inulin in der Rezepturpraxis typischerweise in der wässrigen Phase einer Emulsion eingearbeitet. Die Substanz ist chemisch kompatibel mit einer Vielzahl weiterer wasserlöslicher Rezepturbestandteile. In der kosmetischen Industrie wird Inulin sowohl in konventionellen als auch in naturkosmetisch orientierten Formulierungen eingesetzt, da es pflanzlicher Herkunft ist.
Häufige Fragen
Was ist Inulin chemisch?
Inulin ist ein Polysaccharid aus der Klasse der Fructane, aufgebaut aus Fructoseeinheiten mit β(2→1)-glykosidischer Verknüpfung. Es ist wasserlöslich und wird überwiegend aus pflanzlichen Quellen gewonnen.
Wozu wird dieser Wirkstoff in Kosmetik eingesetzt?
Inulin wird in der COSING-Klassifikation der Funktion „Hautkonditionierend” zugeordnet und in kosmetischen Rezepturen entsprechend als hautkonditionierender Bestandteil verwendet.
Ist es in der EU zugelassen?
Ja, Inulin ist in der EU als kosmetischer Inhaltsstoff frei verwendbar und unterliegt keinen besonderen Beschränkungen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009.