Carnosine ist ein körpereigenes Dipeptid, das aus den Aminosäuren Beta-Alanin und L-Histidin aufgebaut ist, und wird in kosmetischen Rezepturen als hautkonditionierender Wirkstoff eingesetzt. Die Substanz gehört chemisch zur Klasse der Dipeptide und kommt natürlicherweise in tierischem Muskelgewebe vor. In der COSING-Klassifikation wird Carnosine der Funktion „Hautkonditionierend” zugeordnet.
Funktion in kosmetischen Rezepturen
Carnosine wird in der COSING-Klassifikation ausschließlich der Funktion „Hautkonditionierend” zugeordnet. Hautkonditionierende Wirkstoffe dienen in kosmetischen Zubereitungen dazu, das Erscheinungsbild der Haut zu erhalten und die Beschaffenheit der Hautoberfläche zu unterstützen. In Rezepturen übernimmt der Wirkstoff damit eine pflegende Rolle, ohne dass ihm eine spezifische technische Hilfsfunktion wie Emulgieren oder Konservieren zukommt.
Chemische Einordnung
Carnosine (Beta-Alanyl-L-Histidin) gehört zur Klasse der Dipeptide und besteht aus zwei kovalent verknüpften Aminosäuren. Die Substanz ist unter der CAS-Nummer 305-84-0 sowie der EC-Nummer 206-169-9 registriert. Als Dipeptid ist Carnosine in wässrigen Medien gut löslich, was eine Einarbeitung in die wässrige Phase kosmetischer Emulsionen ermöglicht. Das Molekül trägt aufgrund seiner Aminosäure-Bausteine amphotere Eigenschaften.
Vorkommen in Produkten
Carnosine kommt bei uns in 17 kosmetischen Produkten des deutschen Markts vor. Aufgrund seiner hautkonditionierenden Funktion findet sich die Substanz typischerweise in pflegenden Zubereitungen wie Gesichtscremes, Seren und Lotionen, also in Produktkategorien, in denen die Pflege und Konditionierung der Haut im Vordergrund steht. Die Substanz wird dabei in der Regel in der wässrigen Phase der Rezeptur eingearbeitet.
Regulatorischer Status in der EU
Carnosine ist in der Europäischen Union frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Der Stoff ist Bestandteil der EU-Kosmetiknomenklatur (COSING) und kann in kosmetischen Produkten ohne besondere Zulassungsanforderungen eingesetzt werden. Eine Deklarationspflicht als Duftallergen besteht nicht.
Was gut zu wissen ist
Als wasserlösliches Dipeptid wird Carnosine in der Rezepturpraxis typischerweise in der wässrigen Phase einer Formulierung eingearbeitet. Die amphotere Natur des Moleküls kann die Kompatibilität mit anderen Inhaltsstoffen beeinflussen, weshalb der pH-Bereich der Gesamtrezeptur bei der Formulierung zu berücksichtigen ist. In der kosmetischen Industrie wird die Substanz der übergeordneten Wirkstoff-Rubrik der Hautpflege-Wirkstoffe zugeordnet.
Häufige Fragen
Was ist Carnosine chemisch?
Carnosine ist ein Dipeptid, das aus den Aminosäuren Beta-Alanin und L-Histidin aufgebaut ist. Es kommt natürlicherweise in tierischem Muskelgewebe vor und ist in wässrigen Medien gut löslich.
Wozu wird dieser Wirkstoff in Kosmetik eingesetzt?
Carnosine wird in der COSING-Klassifikation der Funktion „Hautkonditionierend” zugeordnet und in kosmetischen Rezepturen eingesetzt, um das Erscheinungsbild und die Beschaffenheit der Hautoberfläche zu unterstützen.
Ist es in der EU zugelassen?
Carnosine ist in der Europäischen Union frei verwendbar und unterliegt keinen spezifischen Beschränkungen gemäß der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Eine besondere Zulassung ist nicht erforderlich.