Die Plasma-Pen-Behandlung ist eine medizinnahe Anwendung aus dem Bereich Medical Beauty, bei der ein spezielles Gerät kontrollierte Plasmablitze erzeugt, die gezielt auf die Hautoberfläche einwirken. Ziel der Behandlung ist es, das Hautgewebe im Bereich kleiner Falten, Schlupflider oder Hautüberschüsse zu bearbeiten, ohne dabei die umliegende Haut zu schneiden. Typischerweise wird sie für Bereiche wie Augenlider, Lippen- und Dekolletéregion oder kleinere Hautveränderungen eingesetzt.
So läuft die Behandlung im Studio ab
- Zu Beginn findet eine ausführliche Anamnese statt, bei der Vorerkrankungen, Medikamente und mögliche Kontraindikationen besprochen werden.
- Die Haut im Behandlungsareal wird gründlich gereinigt und desinfiziert.
- Anschließend wird eine topische Betäubungscreme aufgetragen und eine Einwirkzeit von etwa 20–30 Minuten abgewartet.
- Das Fachpersonal setzt das Plasma-Pen-Gerät ein: Zwischen der Gerätespitze und der Haut entsteht ein kleiner Lichtbogen (Plasma), der punktförmige Mikroverletzungen auf der Hautoberfläche erzeugt.
- Die Punkte werden in einem definierten Muster gesetzt, ohne die Gerätespitze direkt auf die Haut aufzusetzen.
- Nach der Behandlung wird das Areal erneut desinfiziert und mit einer beruhigenden Nachsorgecreme versorgt.
- Abschließend werden Pflegehinweise für die Heilungsphase besprochen und dokumentiert.
Für welches Hautbild ist die Behandlung angelegt?
Angelegt ist die Behandlung auf Hautbereiche mit sichtbaren Fältchen, leichten Hautüberschüssen oder Schlupflidern, bei denen ein nicht-chirurgischer Ansatz gesucht wird. Auch kleine Hautveränderungen wie flache Fibrome oder Altersflecken werden in manchen Studios mit dem Plasma-Pen bearbeitet. Die Behandlung richtet sich nicht an Personen mit sehr dunklem Hautton (Fitzpatrick IV–VI), da das Risiko für Pigmentveränderungen in diesen Fällen deutlich erhöht ist. Ebenso ist sie nicht für großflächige oder tiefe Hautveränderungen ausgelegt.
Wann du die Behandlung besser meiden solltest
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Aktive Hauterkrankungen im Behandlungsareal (Ekzem, Psoriasis, aktive Akne, Herpes)
- Einnahme von Blutverdünnern oder Isotretinoin
- Frische Sonnenbräune oder Sonnenbrand im Behandlungsareal
- Metallimplantate oder Herzschrittmacher (je nach Gerätetyp)
- Autoimmunerkrankungen oder stark eingeschränkte Wundheilung (z. B. bei Diabetes)
- Sehr dunkle Hauttöne (Fitzpatrick IV–VI) wegen erhöhtem Pigmentierungsrisiko
- Keloid-Neigung
Was direkt nach der Behandlung im Studio zu beachten ist
Unmittelbar nach der Behandlung sind im Behandlungsareal kleine, dunkle Schorfpunkte sichtbar — das ist die typische Reaktion auf die gesetzten Plasmapunkte. Rötungen und leichte Schwellungen, besonders im Augenlidbereich, sind in den ersten 24–72 Stunden üblich. Die Schorfpunkte lösen sich in der Regel innerhalb von 5–10 Tagen von selbst ab; sie dürfen nicht manuell entfernt werden, da dies die Heilung beeinträchtigen kann. Für mindestens 7–10 Tage sollte auf Make-up im Behandlungsareal, Saunagänge, Sport mit starkem Schwitzen sowie direkten Sonnenkontakt verzichtet werden. Lichtschutz mit hohem LSF ist in den Wochen nach der Behandlung konsequent anzuwenden. Die Haut sollte in dieser Phase ausschließlich mit milden, parfümfreien Pflegeprodukten versorgt werden.
Wie oft ist eine solche Behandlung typisch angelegt?
In vielen Studios wird die Plasma-Pen-Behandlung als Einzelsitzung angeboten, da das Gewebe nach der Anwendung mehrere Wochen Regenerationszeit benötigt. Für ausgeprägtere Befunde werden in der Praxis häufig zwei bis drei Sitzungen im Abstand von mindestens acht bis zwölf Wochen geplant. Eine erneute Behandlung desselben Areals vor vollständiger Abheilung ist nicht vorgesehen.
Wirkstoffe und Techniken
Das Kernstück der Behandlung ist das Plasma-Pen-Gerät selbst: Es ionisiert die Luft zwischen Gerätespitze und Haut und erzeugt so einen kontrollierten Lichtbogen. Dieser überträgt thermische Energie punktförmig auf die Epidermis, ohne das umliegende Gewebe direkt zu berühren. Für die Nachsorge kommen häufig Wirkstoffe wie Panthenol zum Einsatz, der in Nachsorgepräparaten zur Hautpflege nach Eingriffen verbreitet ist, sowie Glycerin als feuchtigkeitsbindender Bestandteil in beruhigenden Cremes. Betäubungscremes enthalten in der Regel topische Lokalanästhetika, die ausschließlich vom Fachpersonal angewendet werden.
Wo diese Behandlung an ihre Grenzen kommt
Die Plasma-Pen-Behandlung ist kein Ersatz für chirurgische Eingriffe wie eine Lidkorrektur (Blepharoplastik) oder ein Facelift. Bei ausgeprägten Hautüberschüssen, tiefen Falten oder medizinisch relevanten Befunden am Auge ist eine dermatologische oder ophthalmologische Abklärung notwendig. Pigmentveränderungen — sowohl Hyper- als auch Hypopigmentierungen — sind bekannte Risiken, insbesondere bei dunkleren Hauttönen. Narbenbildung ist möglich, wenn die Behandlung nicht fachgerecht durchgeführt wird oder die Nachsorge nicht eingehalten wird. Die Behandlung sollte ausschließlich von nachweislich geschulten Fachkräften durchgeführt werden, und eine sorgfältige Anamnese ist zwingend erforderlich.
Alternativen und ergänzende Behandlungen
Wer einen weniger invasiven Einstieg sucht, kann sich über die Microdermabrasion informieren, bei der die Hautoberfläche mechanisch abgetragen wird, ohne thermische Energie einzusetzen. Die Fibroblast-Behandlung arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip wie der Plasma-Pen und zielt ebenfalls auf das Bindegewebe ab — die Abgrenzung zwischen beiden Begriffen ist in der Praxis oft fließend. Für eine intensive Hautreinigung ohne Gewebeveränderung bietet sich das Hydrafacial an, das mit Wasserstrahl und Saugmechanismus arbeitet. Als ergänzende Pflege nach der Heilungsphase kann ein Aqua-Peeling eingesetzt werden, um die Hautoberfläche schonend zu reinigen.
Häufige Fragen
Ist die Plasma-Pen-Behandlung schmerzhaft?
Vor der Behandlung wird eine Betäubungscreme aufgetragen, um das Empfinden zu reduzieren. Dennoch beschreiben viele Personen ein deutliches Kribbeln oder Wärmegefühl während der Anwendung — das individuelle Empfinden variiert stark.
Wie lange sind die Schorfpunkte sichtbar?
Die kleinen dunklen Krusten lösen sich typischerweise innerhalb von 5–10 Tagen ab. Der genaue Zeitraum hängt von der Behandlungstiefe und der individuellen Heilung ab.
Darf ich nach der Behandlung sofort Make-up auftragen?
Nein. Im Behandlungsareal sollte für mindestens 7–10 Tage auf Make-up verzichtet werden, bis die Schorfpunkte vollständig abgeheilt sind.
Wer darf eine Plasma-Pen-Behandlung durchführen?
Die Behandlung gilt als medizinnahe Anwendung und sollte ausschließlich von nachweislich geschulten Fachkräften mit entsprechender Geräteeinweisung und Kenntnissen in Anatomie und Wundheilung durchgeführt werden. Eine vorherige Anamnese ist Pflicht.
Kann die Behandlung im Augenlidbereich zu Komplikationen führen?
Ja. Schwellungen im Augenlidbereich können nach der Behandlung stark ausgeprägt sein. Bei vorbestehenden Augenproblemen oder Erkrankungen ist vor der Behandlung eine ärztliche Abklärung notwendig.
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