Beim Vampir-Lifting, fachsprachlich als PRP-Behandlung (Platelet-Rich Plasma) bezeichnet, wird körpereigenes Blutplasma gewonnen, aufbereitet und anschließend in die Haut injiziert. Die Behandlung ist im Bereich Anti-Aging angesiedelt und zielt auf die Stimulation hauteigener Prozesse in der Dermis ab. Typischerweise wird sie für Personen angeboten, die eine Behandlung ohne synthetische Füllstoffe suchen.
So läuft die Behandlung im Studio ab
- Zu Beginn findet ein ausführliches Beratungs- und Anamnesegespräch statt, in dem Vorerkrankungen, Medikamente und mögliche Kontraindikationen erfasst werden.
- Anschließend wird der behandelten Person eine kleine Menge Blut — üblicherweise zwischen 10 und 20 ml — aus einer Armvene entnommen.
- Das entnommene Blut wird in einer Zentrifuge aufbereitet, um das thrombozytenreiche Plasma (PRP) vom restlichen Blutbestandteilen zu trennen.
- Das Behandlungsareal im Gesicht wird gereinigt und desinfiziert; auf Wunsch wird eine betäubende Creme aufgetragen und eine Einwirkzeit abgewartet.
- Das gewonnene PRP wird mit feinen Nadeln in die Haut injiziert — häufig in Kombination mit einer Micro-Needling-Technik, bei der das Plasma flächig in die Haut eingearbeitet wird.
- Nach den Injektionen wird das Behandlungsareal beruhigt; gegebenenfalls wird ein pflegendes Serum aufgetragen.
- Abschließend erhält die behandelte Person Hinweise zur Nachsorge und zu Verhaltensregeln für die folgenden Tage.
Für welches Hautbild ist die Behandlung angelegt?
Angelegt ist die Behandlung auf Personen, die erste bis mittlere Zeichen von Hautalterung zeigen — etwa feine Linien im Augen- und Mundbereich, eine veränderte Hauttextur oder eine ungleichmäßige Oberflächenstruktur. Auch Hautbereiche mit sichtbarer Erschlaffung im Wangen- und Halsbereich werden in vielen Studios als Indikationsbereich genannt. Da es sich um körpereigenes Material handelt, wird die Behandlung häufig für Personen angeboten, die synthetische Füllstoffe oder Fremdmaterialien vermeiden möchten. Für sehr ausgeprägte Falten oder starken Volumenverlust ist die Behandlung nicht primär ausgelegt.
Wann du die Behandlung besser meiden solltest
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Einnahme von Blutverdünnern (z. B. Marcumar, ASS in therapeutischer Dosis) — eine ärztliche Rücksprache ist zwingend erforderlich
- Aktive Hauterkrankungen im Behandlungsareal (Ekzeme, Herpes, Akne mit offenen Läsionen, Rosacea im Schub)
- Gerinnungsstörungen oder Bluterkrankungen
- Autoimmunerkrankungen und immunsuppressive Therapien
- Aktive Infektionskrankheiten oder Fieber zum Behandlungszeitpunkt
- Frische Sonnenbräune oder Sonnenbrand im Behandlungsareal
- Bekannte Thrombozytopenie (zu niedrige Blutplättchenzahl)
- Tumorerkrankungen — hier ist vorab eine ärztliche Abklärung erforderlich
Da bei der PRP-Behandlung Blut entnommen und injiziert wird, handelt es sich um eine medizinnahe Anwendung, die ausschließlich von geschulten Fachkräften mit entsprechender Qualifikation durchgeführt werden sollte. Eine sorgfältige Anamnese vor der Behandlung ist Pflicht.
Was direkt nach der Behandlung im Studio zu beachten ist
Unmittelbar nach der Behandlung sind Rötungen, leichte Schwellungen und kleine Einstichstellen im Behandlungsareal typische Reaktionen. Diese klingen in der Regel innerhalb von ein bis drei Tagen ab, können in Einzelfällen aber auch länger sichtbar bleiben. Blaue Flecken an den Einstichstellen sind möglich. Für mindestens 24 bis 48 Stunden sollte auf Make-up im Behandlungsareal verzichtet werden. Sauna, Solarium, direkte Sonneneinstrahlung, intensiver Sport und Alkohol sind in den ersten 48 Stunden zu meiden. Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor ist in den Folgetagen konsequent anzuwenden. Das Behandlungsareal sollte nicht gerieben oder massiert werden.
Wie oft ist eine solche Behandlung typisch angelegt?
In vielen Studios wird eine Kur aus drei Sitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen angeboten. Danach sind in der Praxis häufig Einzelsitzungen zur Auffrischung üblich, die je nach Studio in einem Abstand von sechs bis zwölf Monaten stattfinden. Der genaue Rhythmus wird individuell im Beratungsgespräch festgelegt und hängt vom Ausgangsbefund und dem Behandlungsziel ab.
Wirkstoffe und Techniken
Der zentrale Bestandteil der Behandlung ist das körpereigene thrombozytenreiche Plasma (PRP). Thrombozyten — auch Blutplättchen genannt — enthalten Wachstumsfaktoren, die im Rahmen der natürlichen Geweberegeneration eine Rolle spielen. Durch die Zentrifugation wird das Plasma von Erythrozyten und Leukozyten getrennt und so konzentriert. Die Injektion erfolgt mit feinen Kanülen; häufig wird PRP in Kombination mit Micro-Needling eingesetzt, bei dem das Plasma über feine Mikrokanäle in tiefere Hautschichten eingebracht wird. Synthetische Wirkstoffe oder Fremdmaterialien sind bei einer reinen PRP-Behandlung nicht Bestandteil des injizierten Materials.
Wo diese Behandlung an ihre Grenzen kommt
Das Vampir-Lifting ist keine Methode zur Behandlung tiefer Falten oder ausgeprägtem Volumenverlust — dafür sind andere Verfahren wie volumenwirksame Filler ausgelegt. Hautveränderungen mit medizinischem Hintergrund (Pigmentstörungen, Narben durch Akne, Rosacea) sollten vor einer PRP-Behandlung dermatologisch abgeklärt werden. Auch bei Unsicherheiten zur Blutgerinnung oder zu Vorerkrankungen ist eine ärztliche Konsultation vor der Behandlung notwendig. Die Behandlung ersetzt keine medizinische Diagnose und ist kein Ersatz für dermatologische oder plastisch-chirurgische Eingriffe bei ausgeprägten Befunden.
Alternativen und ergänzende Behandlungen
Wer nach Verfahren sucht, die ebenfalls auf die Hautstruktur im Gesicht abzielen, findet im Studio häufig auch Micro-Needling als eigenständige Behandlung — dabei werden feine Nadeln eingesetzt, ohne dass Plasma injiziert wird. Die Radiofrequenz-Behandlung arbeitet mit Wärmeenergie, die in tiefere Gewebeschichten geleitet wird, während HIFU (Ultraschall-Lifting) fokussierten Ultraschall einsetzt, um tiefere Gewebeschichten zu erreichen. Für Personen, die einen weniger invasiven Einstieg suchen, kann ein Fruchtsäurepeeling als vorbereitende oder ergänzende Maßnahme in Betracht kommen, da dabei die Hautoberfläche chemisch abgetragen wird.
Häufige Fragen
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Das Empfinden bei Injektionen ist individuell unterschiedlich. In vielen Studios wird vor der Behandlung eine betäubende Creme aufgetragen, um das Empfinden während der Injektionen zu reduzieren. Die Blutentnahme am Arm entspricht einer üblichen Venenpunktion.
Wie lange dauert eine Sitzung im Studio?
Inklusive Beratung, Blutentnahme, Zentrifugation und Behandlung ist in vielen Studios ein Zeitrahmen von etwa 60 bis 90 Minuten einzuplanen.
Muss die Behandlung von einem Arzt durchgeführt werden?
Da Blut entnommen und injiziert wird, handelt es sich um eine medizinnahe Anwendung. In Deutschland ist die Durchführung an strenge Qualifikationsanforderungen geknüpft; in vielen Fällen wird sie von Ärzt:innen oder unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. Vor der Buchung sollte die Qualifikation der durchführenden Person geprüft werden.
Kann PRP mit anderen Behandlungen kombiniert werden?
In der Praxis wird PRP häufig in Kombination mit Micro-Needling eingesetzt. Welche Kombinationen im Einzelfall sinnvoll sind, wird im Anamnesegespräch individuell besprochen.
Wie lange sind die Einstichstellen sichtbar?
Kleine Rötungen und Einstichstellen sind in der Regel nach ein bis drei Tagen nicht mehr sichtbar. Gelegentlich entstehende Hämatome können je nach individueller Gegebenheit etwas länger bestehen bleiben.
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