Shellac / Gel-Lack

Shellac / Gel-Lack ist ein UV-gehärtetes Nagellacksystem, das im Studio auf den Naturnagelaufgetragen wird.

Dauer im Studio
ca. 60 Min
Rubrik
Maniküre & Pediküre

Shellac und Gel-Lack bezeichnen UV- oder LED-gehärtete Lacksysteme, die im Studio direkt auf den natürlichen Nagel aufgetragen werden. Ziel der Behandlung ist ein farbiger Nagelabschluss, der im Vergleich zu herkömmlichem Nagellack länger haftet, ohne den Nagel durch Modellage zu verlängern oder zu verstärken. Typisch ist die Anwendung bei Personen, die einen gepflegten Nagelabschluss ohne künstliche Verlängerung suchen.

So läuft die Behandlung im Studio ab

  1. Vorbereitung der Hände: Zunächst werden die Hände gereinigt und die Nägel in Form gefeilt. Die Nagelform wird dabei individuell nach Wunsch angepasst.
  2. Nagelhautpflege: Die Nagelhaut wird mit einem speziellen Schieber zurückgeschoben und überschüssiges Gewebe vorsichtig entfernt.
  3. Entfettung der Nagelplatte: Die Nagelplatte wird mit einem Entfetter gründlich gereinigt, damit der Lack später haften kann.
  4. Auftragen des Basislacks: Ein dünner Basislack (Base Coat) wird auf jeden Nagel aufgetragen und anschließend unter einer UV- oder LED-Lampe ausgehärtet.
  5. Auftragen der Farbe: Der Farblack wird in ein bis zwei dünnen Schichten aufgetragen; nach jeder Schicht folgt ein Aushärtungsschritt unter der Lampe.
  6. Versiegeln mit Toplack: Ein Toplack (Top Coat) wird aufgetragen und ebenfalls ausgehärtet, um die Oberfläche zu versiegeln.
  7. Abwischen der Klebefolie: Nach dem letzten Aushärten wird die sogenannte Dispersionschicht mit einem Reinigungstuch abgewischt, sodass die Oberfläche glatt und matt oder glänzend erscheint.
  8. Abschlusspflege: Nagelhaut und Finger werden mit einem Pflegeöl oder einer Creme versorgt, bevor die Behandlung abgeschlossen wird.

Für welches Nagelbild ist die Behandlung angelegt?

Angelegt ist die Behandlung auf Personen mit gesunden Naturnagelplatten, die einen farbigen Nagelabschluss ohne Verlängerung oder Aufbau wünschen. Besonders geeignet ist sie für Nägel, die eine gewisse Grundlänge und -stabilität mitbringen, da der Gel-Lack keinen strukturellen Halt hinzufügt. Für sehr kurze, stark abgekaute oder bereits beschädigte Nagelplatten ist das System weniger geeignet, da die Haftung eingeschränkt sein kann. Auch für Personen, die regelmäßig Farbwechsel bevorzugen, ist die Behandlung ein gängiger Ansatz in Studios.

Wann du die Behandlung besser meiden solltest

  • Aktive Nagelpilzinfektionen oder andere Nagelerkrankungen im Behandlungsbereich
  • Offene Wunden, Entzündungen oder Ekzeme an Händen und Fingern
  • Bekannte Allergien gegen Acrylate oder Bestandteile von UV-Gelen und Lacksystemen
  • Stark geschädigte, ausgedünnte oder aufgespaltene Nagelplatten
  • Schwangerschaft und Stillzeit: In dieser Phase wird empfohlen, die Verträglichkeit der verwendeten Produkte vorab mit einer Fachkraft zu besprechen
  • Einnahme von Medikamenten, die die Haut lichtempfindlicher machen, in Kombination mit UV-Lampen-Nutzung

Was direkt nach der Behandlung im Studio zu beachten ist

Unmittelbar nach der Behandlung sind die Nägel vollständig ausgehärtet und belastbar. Eine Downtime im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Dennoch empfiehlt sich in den ersten Stunden, intensiven Kontakt mit Reinigungsmitteln oder Lösungsmitteln zu vermeiden, da diese die Haftung beeinträchtigen können. Regelmäßiges Einölen der Nagelhaut verlängert das gepflegte Erscheinungsbild des Lacks. Direkte UV-Exposition über längere Zeit kann die Farbe des Lackes verändern; Sonnenschutz auf den Händen ist daher sinnvoll. Scharfe Gegenstände oder mechanischer Druck auf die Nagelkanten sollten in den ersten Stunden vermieden werden.

Wie oft ist eine solche Behandlung typisch angelegt?

In den meisten Studios wird Shellac oder Gel-Lack als Einzelbehandlung angeboten, die nach zwei bis vier Wochen zur Abnahme oder Neuauftragung wiederholt wird. Die Tragedauer hängt vom individuellen Nagelwachstum ab; sobald der Ansatz sichtbar wird, wird im Studio in der Regel eine vollständige Abnahme und Neuversorgung durchgeführt. Eine schonende Abnahme mit Acetonlösung und anschließender Nagelpflege ist dabei fester Bestandteil des Behandlungsrhythmus.

Wirkstoffe und Techniken

Das Lacksystem besteht aus drei Schichten: Base Coat, Farblack und Top Coat. Alle drei Schichten enthalten Photoinitiatoren, die unter UV- oder LED-Licht eine Polymerisationsreaktion auslösen und den Lack aushärten lassen. Typische Bestandteile solcher Systeme sind Acrylat-Verbindungen sowie Filmbildner. Zur Abschlusspflege werden häufig Produkte mit Panthenol oder Tocopherol eingesetzt, die auf die Nagelhaut und das umliegende Gewebe aufgetragen werden. Die Aushärtung erfolgt je nach Gerät unter einer UV- oder LED-Lampe; LED-Lampen härten in der Regel schneller aus als klassische UV-Geräte.

Wo diese Behandlung an ihre Grenzen kommt

Shellac und Gel-Lack sind ausschließlich auf die farbige Versiegelung des Naturnagels ausgelegt. Sie verlängern den Nagel nicht und geben ihm keine zusätzliche Stabilität oder Struktur. Bei stark beschädigten, brüchigen oder krankhaft veränderten Nagelplatten ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll, bevor eine Lackbehandlung durchgeführt wird. Wiederholt aufgetragene und unsachgemäß abgenommene Lacksysteme können die Nagelplatte mechanisch belasten; eine fachgerechte Abnahme im Studio ist daher wichtig. Nagelveränderungen, die auf eine Erkrankung hindeuten könnten — etwa Verfärbungen, Ablösungen oder Verdickungen — gehören in ärztliche Hände, nicht in ein Kosmetikstudio.

Alternativen und ergänzende Behandlungen

Wer einen Nagelabschluss ohne UV-Härtung bevorzugt, findet in der Klassischen Maniküre eine Alternative, bei der herkömmlicher Nagellack aufgetragen wird. Die Spa-Maniküre ergänzt die Nagelversorgung um intensive Pflegeschritte für Hände und Nagelhaut. Für Personen, die eine Verlängerung oder Verstärkung des Naturnagels wünschen, bieten Studios die Gel-Modellage oder die Acryl-Modellage an, bei denen ein Aufbaumaterial auf den Nagel aufmodelliert wird. Ein klassischer French-Nails-Abschluss lässt sich sowohl mit Gel-Lack als auch mit Modellage-Techniken umsetzen.

Häufige Fragen

Wie wird Shellac oder Gel-Lack wieder entfernt?

Im Studio wird der Lack in der Regel mit acetongetränkten Pads abgenommen, die für einige Minuten auf den Nagel aufgelegt werden. Anschließend wird der aufgeweichte Lack vorsichtig abgeschoben. Von einem gewaltsamen Abziehen wird abgeraten, da dies die Nagelplatte beschädigen kann.

Unterscheidet sich Shellac von Gel-Lack?

Der Begriff „Shellac” ist ursprünglich ein Markenname, hat sich aber umgangssprachlich als Oberbegriff für UV-gehärtete Lacksysteme auf dem Naturnagel etabliert. Technisch handelt es sich bei beiden um ähnliche Systeme; die genaue Zusammensetzung variiert je nach Hersteller.

Kann die UV-Lampe die Haut schädigen?

Bei der Aushärtung wird die Hand kurzzeitig unter eine UV- oder LED-Lampe gehalten. Wer empfindlich auf UV-Strahlung reagiert oder Medikamente einnimmt, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen, sollte dies vorab mit dem Studio besprechen. Das Auftragen von Sonnenschutz auf den Handrücken vor der Behandlung ist eine gängige Vorsichtsmaßnahme.

Wie lange hält Gel-Lack auf dem Naturnagel?

In der Praxis wird in Studios eine Tragedauer von zwei bis vier Wochen angegeben, bevor der Ansatz durch Nagelwachstum sichtbar wird. Die tatsächliche Haftdauer hängt von der Nagelstruktur, der Vorbehandlung und dem Umgang mit den Händen im Alltag ab.

Ist die Behandlung auch für Fußnägel möglich?

Ja, Gel-Lack wird in vielen Studios auch im Rahmen einer Pediküre auf Fußnägeln angewendet. Der Ablauf entspricht dem der Maniküre; die Vorbereitungsschritte umfassen zusätzlich die Versorgung der Fußhaut und Hornhaut.

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