PMU Entfernung bezeichnet Behandlungen, deren deklariertes Ziel das Aufhellen oder vollständige Auflösen von Permanent-Make-up-Pigmenten in der Haut ist. Eingesetzt wird sie, wenn ein bestehendes PMU korrigiert, überarbeitet oder vollständig entfernt werden soll — etwa bei Farbveränderungen, verblassten Konturen oder dem Wunsch nach einem Neustart. Da Pigmente gezielt in die Dermis eingebracht wurden, erfordert ihre Entfernung spezialisierte Techniken und eine sorgfältige Anamnese.
So läuft die Behandlung im Studio ab
- Beratung und Anamnese: Zunächst wird das bestehende PMU fotografisch dokumentiert und die Hautgeschichte erhoben — Pigmenttiefe, Pigmentfarbe, Hauttyp und mögliche Vorbehandlungen werden erfasst.
- Auswahl der Methode: Auf Basis der Anamnese legt die Fachkraft fest, ob eine Laser-Entfernung, eine Saline-Methode oder eine chemische Remover-Technik zum Einsatz kommt.
- Vorbereitung der Haut: Das Behandlungsareal wird gereinigt und desinfiziert. Bei Laser-Anwendungen erhalten beide Seiten — Fachkraft und Kund:in — eine Schutzbrille.
- Betäubung: Je nach Methode und Schmerzempfindlichkeit wird ein topisches Betäubungsmittel aufgetragen und einwirken gelassen.
- Eigentliche Entfernung: Bei der Laser-Methode werden kurze Lichtimpulse auf das Pigment gerichtet, die das Pigment in kleinere Partikel aufbrechen sollen. Bei der Saline- oder Remover-Methode wird eine Lösung mit einem Gerät in die Haut eingearbeitet, die das Pigment nach oben transportieren soll.
- Kühlung und Erstversorgung: Nach der Behandlung wird das Areal gekühlt und mit einer beruhigenden Pflegesubstanz abgedeckt.
- Nachbesprechung: Die Fachkraft erklärt die Abheilphase, gibt schriftliche Pflegehinweise mit und legt den Abstand zur nächsten Sitzung fest.
Für welches Hautbild ist die Behandlung angelegt?
Angelegt ist die Behandlung auf Personen mit bestehendem Permanent Make-up, das korrigiert oder entfernt werden soll. Typische Ausgangssituationen sind Pigmente, die sich farblich verändert haben — etwa ins Rötliche, Bläuliche oder Grünliche verschoben sind —, Konturen, die unscharf geworden sind, oder PMU-Ergebnisse, die nicht dem gewünschten Bild entsprechen. Auch als Vorbereitung für eine neue PMU-Anlage, bei der das alte Pigment zunächst aufgehellt werden muss, wird die Entfernung eingesetzt. Haut mit aktiven Entzündungen, frischen Verletzungen oder stark veränderter Pigmentstruktur durch Narbengewebe ist für die Behandlung in der Regel nicht geeignet.
Wann du die Behandlung besser meiden solltest
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Aktive Hauterkrankungen im Behandlungsareal (Ekzem, Psoriasis, Herpes)
- Frische Sonnenbräune oder Sonnenbrand im Behandlungsareal
- Einnahme von Blutverdünnern oder Isotretinoin
- Bekannte Keloid- oder Narbenneigung
- Autoimmunerkrankungen oder immunsuppressive Therapie
- Epilepsie (relevant bei Laser-Anwendungen mit Lichtimpulsen)
- Metallimplantate oder Tätowierungen im unmittelbaren Behandlungsareal (je nach Methode)
- Ungeklärte Hautveränderungen im Bereich des PMU — hier sollte vor der Entfernung eine dermatologische Abklärung erfolgen
Was direkt nach der Behandlung im Studio zu beachten ist
Unmittelbar nach der Behandlung ist eine Rötung und leichte Schwellung im Behandlungsareal eine typische Reaktion. Bei der Saline- oder Remover-Methode bildet sich in den folgenden Tagen eine Kruste, die das gelöste Pigment nach außen transportiert — diese Kruste darf nicht manuell entfernt werden, sondern muss von selbst abfallen. Das Areal sollte in den ersten Tagen nicht durchnässt werden; Schwimmbad, Sauna und intensiver Sport sind für mindestens eine Woche zu meiden. Direktes Sonnenlicht und Solarium sind bis zur vollständigen Abheilung zu vermeiden; danach ist konsequenter Sonnenschutz im Behandlungsareal wichtig. Make-up darf erst nach vollständiger Abheilung aufgetragen werden. Die Abheilphase beträgt je nach Methode und individueller Hautreaktion zwischen zwei und sechs Wochen.
Wie oft ist eine solche Behandlung typisch angelegt?
In den meisten Studios wird PMU Entfernung als Mehrfach-Behandlung geplant. Üblich sind drei bis sechs Sitzungen, die im Abstand von mindestens sechs bis acht Wochen stattfinden — dieser Abstand ist notwendig, damit die Haut vollständig abheilen kann und das Ergebnis der vorangegangenen Sitzung beurteilbar ist. Die Gesamtanzahl der benötigten Sitzungen hängt von der Pigmenttiefe, der Pigmentfarbe und der verwendeten Methode ab. Schwarze und dunkelbraune Pigmente sprechen bei der Laser-Methode in der Regel auf weniger Sitzungen an als helle oder gemischte Farbtöne.
Wirkstoffe und Techniken
Für die PMU Entfernung kommen im Studio verschiedene Methoden zum Einsatz. Bei der Laser-Entfernung (häufig Q-switched- oder Picosekunden-Laser) werden hochenergetische Lichtimpulse eingesetzt, die das Ziel haben, Pigmentpartikel in kleinere Fragmente aufzubrechen, die der Körper anschließend abtransportieren kann. Bei der Saline-Methode wird eine salzhaltige Lösung — auf Basis von Sodium Chloride — mit einem PMU-Gerät in die Haut eingearbeitet; das Ziel ist, das Pigment osmotisch nach oben zu ziehen, wo es mit der entstehenden Kruste abgestoßen wird. Chemische Remover-Lösungen enthalten häufig organische Säuren oder spezifische Wirkstoffkombinationen, die das Pigment binden und an die Hautoberfläche transportieren sollen. Zur Nachpflege werden in vielen Studios beruhigende Substanzen wie Panthenol eingesetzt, die die Hautbarriere während der Abheilphase unterstützen sollen. Da alle genannten Methoden in die Dermis einwirken, gelten sie als medizinnahe Behandlungen und sollten ausschließlich von geschulten Fachkräften durchgeführt werden, denen eine sorgfältige Anamnese vorausgeht.
Wo diese Behandlung an ihre Grenzen kommt
PMU Entfernung ist nicht in jedem Fall auf vollständige Pigmentfreiheit ausgelegt — insbesondere bei tief eingebrachten Pigmenten, ungünstigen Farbtönen (z. B. Weiß, Gelb oder stark gemischte Farben) oder Pigmenten, die durch Überlagerungen mehrerer Behandlungen entstanden sind, kann eine vollständige Entfernung nicht das Ziel einer einzelnen Behandlungsserie sein. Hautveränderungen, die nicht eindeutig auf das PMU zurückzuführen sind — etwa unklare Verfärbungen, Knötchen oder Entzündungsreaktionen im Pigmentbereich — sollten vor einer Entfernung dermatologisch abgeklärt werden. Narbengewebe im Behandlungsareal kann die Pigmentverteilung und das Ansprechen auf die Entfernung beeinflussen. Wer eine Unverträglichkeit auf bestimmte Pigmentbestandteile hat, sollte dies vor der Behandlung mit einer Fachkraft und gegebenenfalls einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.
Alternativen und ergänzende Behandlungen
Wer das bestehende PMU nicht vollständig entfernen, sondern lediglich korrigieren möchte, kann eine Überarbeitung in Betracht ziehen. Eine PMU Augenbrauen Kombi etwa kombiniert Härchenzeichnung und Schattierung und kann dazu dienen, ein verblasstes oder ungleichmäßiges Pigmentbild neu zu strukturieren — sofern das Ausgangspigment dafür geeignet ist. Alternativ bietet eine PMU Augenbrauen Schattierung die Möglichkeit, bestehende Konturen mit einer weichen Farbfläche zu überlagern. Bei PMU im Augenbereich kann eine PMU Wimpernkranzverdichtung als ergänzende Behandlung nach abgeschlossener Entfernung und Abheilung neu angelegt werden. Welche Option sinnvoll ist, hängt vom Zustand des bestehenden Pigments ab und sollte in einer ausführlichen Beratung im Studio besprochen werden.
Häufige Fragen
Wie viele Sitzungen sind für eine vollständige PMU Entfernung nötig?
Das variiert je nach Pigmenttiefe, Farbe und verwendeter Methode. In der Praxis sind häufig drei bis sechs Sitzungen im Abstand von mehreren Wochen notwendig; in manchen Fällen sind mehr Sitzungen erforderlich.
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Das Empfinden ist individuell verschieden. In vielen Studios wird ein topisches Betäubungsmittel eingesetzt, um das Behandlungsareal vor der Sitzung zu betäuben.
Kann jedes PMU entfernt werden?
Nicht jedes Pigment spricht gleich gut auf alle Methoden an. Helle Farbtöne wie Weiß oder Gelb sowie stark überlagerte Pigmente gelten als schwieriger zu entfernen; eine individuelle Beratung im Studio ist notwendig.
Wie lange muss ich nach der Behandlung auf Make-up verzichten?
Bis zur vollständigen Abheilung des Behandlungsareals — in der Regel zwei bis sechs Wochen — sollte kein Make-up aufgetragen werden. Die genaue Dauer legt die Fachkraft im Studio fest.
Darf ich nach der Entfernung wieder ein neues PMU anlegen lassen?
Grundsätzlich ja, jedoch erst nach vollständiger Abheilung und nach Beurteilung des Hautbildes durch eine Fachkraft. Zwischen Entfernung und Neuanlage liegt in der Praxis häufig ein Zeitraum von mehreren Monaten.
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